Feldversuch in Nürnberg: UMTS lohnt sich für Geschäftskunden

Eine positive Bilanz haben T-Mobile und Netzausrüster Lucent Technologies nach dem Abschluss eines Feldversuchs mit UMTS (Universal Mobile Telecommunications System) in Nürnberg gezogen. Fünf Firmen hatten ein Jahr lang Gelegenheit, die neue Mobilfunk-Technik zu testen. Lucent stellte die UMTS-Infrastruktur zur Verfügung, T-Mobile die Services.

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Kam beim UMTS-Feldversuch in Nürnberg zum Einsatz: Die PC Card „Merlin U530“ unterstützt neben UMTS auch die Mobilfunkstandards GSM und GPRS. (Foto: Nova Wireless)

Mitarbeiter der fünf Firmen, die an dem Versuch teilnehmen, erhielten eine UMTS-PC-Datenkarte für ihre Notebooks. Den Adapter mit der Bezeichnung „Merlin U530“ hat Lucent zusammen mit der kalifornischen Firma Novatel Wireless entwickelt. Nach Angaben des Unternehmens liegen für Merlin bereits Bestellungen im Wert von 22 Millionen Dollar vor. Die Karte ist für Datenraten von bis zu 384 Kilobit pro Sekunde ausgelegt. Neben UMTS unterstützt sie den älteren Mobilfunkstandard GSM (Global System for Mobile Communications) und GPRS (General Packet Radio System). Bei GPRS werden, ebenso wie bei UMTS, die Sprach- und Dateninformationen in Form von Paketen transportiert.

An dem Feldversuch beteiligten sich folgende Unternehmen: Datev, Rödl & Partner, die SanData-IT-Gruppe, das EDV-Systemhaus BRZ Deutschland Bauinformationstechnologie sowie das Beratungs- und Systemhaus Dr. Städtler. Sie rüsteten einen Teil ihres Außendienstes mit dem UMTS-Adapter aus, sodass die Mitarbeiter von ihrem Notebook aus „wireless“ auf Daten und Anwendungen im Firmennetz zugreifen konnten.

Die Zeitersparnis pro Mitarbeiter betrug nach Angaben der Firmen 13 Prozent oder umgerechnet fünf Arbeitsstunden pro Mann und Woche. Vorteilhaft sei vor allen Dingen gewesen, dass die Außendienstler vor Ort beim Kunden Anfragen beantworten und Informationen aus zentralen Datenbanken im Unternehmensnetz abrufen konnten. Ein weiteres Plus: Die Mitarbeiter konnten einen Teil ihrer Arbeit von unterwegs oder zu Hause aus erledigen, etwa Berichte abliefern und Aufträge weitergeben.

Trotz der Lobeshymnen, welche die Projektbeteiligten auf UMTS sangen, seien ein paar kritische Anmerkungen erlaubt. So stellt sich die Frage, ob die Mitarbeiter der Testfirmen wirklich die höhere Bandbreite von UMTS benötigten, um auf die IT-Infrastruktur in der Zentrale zurückzugreifen. Im einen oder anderen Fall würde mit Sicherheit auch GPRS ausreichen. Hinzu kommt, dass immer mehr Firmen dazu übergehen, ihren Außendienstmitarbeitern in deren Home Office eine IT-Infrastruktur zur Verfügung zu stellen, in der Regel einen DSL-Anschluss, über den der Mitarbeiter über ein Virtuelles Privates Netz (VPN) Zugang zum Unternehmens-LAN hat. Er kann dann seine Tagesberichte oder Auftragsbestätigungen von dort aus übermitteln, und das bequemer, mindestens ebenso sicher und preiswerter als über UMTS.

Und wenn es denn unbedingt „wireless“ sein muss, stehen zumindest in Hotspots auf Flughäfen, Bahnhöfen oder in Messezentren Wireless-LAN-Dienste zur Verfügung. Dennoch wäre es verfehlt, UMTS als kompletten Nonsens abzuqualifizieren, wie das in Mode gekommen ist. Ein Vorteil der Technik liegt darin, dass sie auch dort zur Verfügung steht, wo kein WLAN zu finden ist und die Datenraten und Echtzeit-Eigenschaften von GPRS nicht ausreichen.

Strittig ist, wann denn nun UMTS den Durchbruch schafft. Nokia und Jürgen von Kuczkowski, Deutschland-Chef von Mobilfunk-Carrier Vodafone, ließen jüngst verlauten, es sei in diesem Jahr so weit. Auch Marktforscher wie etwa die Shosteck Group gegen sich optimistisch: UMTS ermögliche es, qualitativ hochwertigere und schnellere Datendienste bereitzustellen, als dies mit GPRS möglich sei. Es sei mittlerweile absehbar, dass diese von Firmenkunden und Privat-Usern angenommen würden, vorausgesetzt, Endgeräte stünden in ausreichender Zahl zur Verfügung.

Die Übertragung von Videos stuft Shosteck dagegen noch als „Hype“-Technik ein. Vor 2006 sei nicht damit zu rechnen, dass Videotelefonie über UMTS auf breite Resonanz stoßen werde. Die wird sich nach Ansicht der Beratungsfirma erst dann ändern, wenn Handys mit integrierten Videokameras in größeren Stückzahlen auf den Markt kommen.

Verfasst von: Bernd Reder am 01.02.04, 12:53
Kommentare

glaube nicht das sich UMTS durchsetzen wird!
Wireless LAN wird das rennen machen!


Verfasst von: hain am 17.06.04, 16:15

Ich versteh auch nicht wie alle UMTS fürs Laptop benutzen können, WLAN is einfach das beste und um sonst, jeder der für WLAN Geld verlangt gehört an die Wand gestellt (so wie Mc Donalds) aber Amerikanische Firmen versuchen wir ja sowieso zu boykottieren.


Verfasst von: krschk am 14.11.04, 15:04

Ich versteh auch nicht wie alle UMTS fürs Laptop benutzen können, WLAN is einfach das beste und um sonst, jeder der für WLAN Geld verlangt gehört an die Wand gestellt (so wie Mc Donalds) aber Amerikanische Firmen versuchen wir ja sowieso zu boykottieren.


Verfasst von: krschk am 14.11.04, 15:04
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