Mobilkommunikation: Technik für Übertragungsraten bis zu 1 GBit/s

Einen Durchsatz von bis zu einem Gigabit pro Sekunde (1 GBit/s) erreicht ein Übertragungsverfahren, das in mobilen Kommunikationssystemen der 4. Generation (4G) zum Einsatz kommen soll. Es wird von drei japanischen Unternehmen entwickelt: dem Mobilfunk-Carrier NTT Docomo, NEC und Fujitsu.

Nach Angaben der Firmen zeichnet sich ab, dass die bislang angestrebte Übertragungsgeschwindigkeit von 100 Megabit pro Sekunde (MBit/s) für 4G-Netze nicht ausreichen wird. Das ist vor allem dort der Fall, wo sich viele Nutzer von mobilen Services auf vergleichsweise engem Raum ballen, etwa in Hotspots auf Flughäfen oder in Kongresszentren.

Um den Durchsatz zu erhöhen, griffen die Forscher in einer Simulation auf ein OFCDM-System (Orthogonal Frequency and Code Division Multiplexing) zurück. Außerdem kamen adaptive Antennen zum Einsatz, so genannte „Multiple Input/Multiple Output“-Systeme (MIMO). Sowohl die Sendestation als auch der Empfänger verwenden in diesem Fall mehrere Antennen, um Daten zu übermitteln. Das Resultat ist eine höhere Übertragungsrate.

In dem Test im Yokosuka Telecom Research Park kamen die Experten bei einer Bandbreite 100 MHz auf einen Durchsatz von 1 GBit/s. Dabei verwendeten sie ein MIMO-System mit jeweils vier Antennen. Noch unklar ist, ob sich das Verfahren, das die drei japanischen Firmen entwickeln, gegen konkurrierende Ansätze durchsetzen wird. Denn auch in anderen Regionen arbeiten Forscher an Highspeed-Übertragungstechniken für die nächste Generation von Mobilfunksystemen, in Europa beispielsweise im Rahmen der IST-Projekte (Information Society Technologies).

Mobilfunksysteme der vierten Generation werden nach Einschätzung von Forschern und Vertretern von Firmen frühestens ab 2010 installiert. Gegenwärtig steht zunächst der Startschuss für 3G-Systeme, sprich UMTS (Universal Mobile Telecommunications System), bevor. Vodafone bietet bereits seit dem vergangenen Monat UMTS-Dienste an. Auch T-Mobile hat bereits erfolgreich Feldversuche mit der Technik durchgeführt, aber noch nicht offiziell mit der Vermarktung des Service begonnen. Vermutlich wird der Carrier ebenso wie E-Plus und O2 auf der diesjährigen CeBIT einen Starttermin bekannt geben.

Verfasst von: Bernd Reder am 09.03.04, 14:45
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