Koreanischer Carrier stellt elektronischen Wachhund vor

Dass die Menschen in Asien elektronischem "Spielzeug" gegenüber aufgeschlossener sind als Europäer oder Amerikaner, hat sich mittlerweile herumgesprochen. Das gilt auch für Roboter. Firmen wie Sony mit dem Aibo und Qrio oder NEC mit seinem PaPaRo haben solche Systeme entwickelt. Sie finden beispielsweise im Haushalt, als Dolmetscher oder schlichtweg als „Unterhalter“ für einsame Menschen Verwendung.

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Überwacht die Wohnung: Der Roboter von SK Telecom ist mit Kameras und Gassensoren ausgestattet. (Foto: SK Telecom)

Weitere Anbieter aus Nippon sind Sanyo, das zusammen mit TMSUK ein System namens „Banryu“ vorgestellt hat, außerdem Mitsubishi. Der japanische Konzern schickt den Wakamaru ins Rennen, dessen Systemsoftware auf Linux basiert.

Der koreanische Mobilfunk-Carrier SK Telecom hat nun zusammen mit Start-up-Unternehmen Mostitech einen Blechgesellen vorgestellt, der Haus und Hof gegen böse Buben verteidigen soll. Allerdings ist der „Wächter“ mit seinen 50 Zentimeter Größe und zwölf Kilogramm Gewicht wohl kaum in der Lage, einen Eindringling einzuschüchtern oder gar in die Flucht zu schlagen. Ausgerüstet mit Sensoren und einer Kamera, ermittelt er vielmehr, ob beispielsweise jemand in eine Wohnung eingedrungen ist oder eine Gas- oder Wasserleitung gebrochen ist. Der Roboter übermittelt dann auf Wunsch Bilder vom Ort des Geschehens auf das Smartphone oder einen Rechner seines „Herrchens“.

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Bilder vom Ort des Geschehens: Der Roboter übermittelt Fotos auf ein Smartphone oder über das Internet auf einen Rechner seines Herrn. (Foto: SK Telecom)

Das System, das noch keinen Namen hat, kann sich auf Rollen durch ein Gebäude bewegen. Wenn seine Akkus zur Neige gehen, lädt es diese selbstständig wieder auf. Gegenüber der Korea Times erläuterte Park San-Hoon, der Präsident von Mostitech, dass der Wächter in Kürze mit einem Bildverarbeitungssystem ausgestattet werden soll, das Menschen anhand ihrer Gesichter identifiziert. Mit einem Preis von umgerechnet etwa 850 Dollar ist der Roboter nach Angaben von SK Telecom und Mostitech deutlich billiger als vergleichbare Modelle der japanischen Konkurrenten. Diese kosten die in der Regel mehr als 1000 Dollar, teilweise sogar bis zu 8000 Dollar.

In einem Artikel auf seinem Weblog geht Roland Picqepaille auf den Weltmarkt für Roboter ein. Er zitiert in dem Beitrag eine Studie der United Nations Economic Commission for Europe (UNECE), die Ende Oktober 2003 veröffentlicht wurde. Allerdings sind in der Studie nicht nur Haushaltsroboter aufgeführt, sondern primär Systeme, die in der Industrie zum Einsatz kommen.

Verfasst von: Bernd Reder am 12.03.04, 13:59
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