Online-Auktionen: Menschenhandel via EBay verhindert
Das Online-Geschäft treibt merkwürdige Blüten. Schon seit langem ist bekannt, dass im Web so gut wie alles zu haben ist, vorausgesetzt, man kennt die richtigen Adressen: Waffen aller Art, Anleitungen zum Basteln von Bomben bis hin zu Kinderpornos. Dennoch ist es schon dreist, was sich geschäftstüchtige Händler in Taiwan einfallen ließen: Sie wollten über die taiwanesische Site des Online-Auktionshauses EBay drei Frauen aus Vietnam versteigern. Die Mädchen waren laut der Beschreibung für den "Markt" auf der chinesischen Insel bestimmt.
Wie EBay in einem Gespräch mit der britischen Nachrichtenagentur Reuters mitteilte, nahm das Unternehmen die Seite sofort vom Netz, nachdem es davon erfahren hatte. Es habe sich sowohl um eine eklatante Verletzung geltenden Rechts als auch der Regeln gehandelt, die EBay für Auktionen definiert habe, sagte ein Sprecher des Unternehmens. Das Angebot stand nach Recherchen von EBay drei Tage lang im Netz.
Nach Angaben des amerikanischen Außenministeriums steht Taiwan in dem Ruf, Quelle, Transitland und Bestimmungsort von Menschen zu sein, die verschleppt und als Zwangsarbeiter oder Sexsklaven ausgebeutet werden. Die Opfer stammten häufig als relativ armen Ländern wie China, Kambodscha, Vietnam, Indonesien, Thailand oder den Philippinen.
Verfasst von: Bernd Reder am 13.03.04, 12:19
