New Yorker Firma will "Open-Source-Versicherung" anbieten
Auch wenn es kaum ein Unternehmen zugeben mag, das Linux einsetzt: Der Kreuzzug der SCO Group gegen das Open-Source-Betriebssystem zeigt Wirkung. SCO behautet bekanntlich, ein Teil des Codes von Linux sei geklaut und will von Anwendern der Software Lizenzgebühren eintreiben. Daraus will nun die amerikanische Firma Open Source Risk Management (OSRM) Kapital schlagen.
Nach einem Bericht von Internet News will das Unternehmen eine Reihe von Business-Services auf den Markt bringen, die unter anderem eine Versicherung gegen Klagen von SCO wegen Verletzung von Lizenzbestimmungen mit einschließt. Zwar wollte OSRM keine Angaben zu den Unternehmen machen, denen sie diese Dienstleistung anbietet, doch will die Firma dem Artikel zufolge offenbar Großunternehmen wie Charles Schwab angehen.
Das Angebot von OSRM beschränkt sich nicht auf Linux, sondern schließt auch andere Open-Source-Software mit ein, etwa Apache oder FeedBSD, wie John St. Clair, der Executive Director von OSRM, erläuterte. Das Unternehmen berät Kunden, welche Vorteile und Risiken der Einsatz von Open-Source-Programmen mit sich bringt und analysiert auf Wunsch auch den Code von Software, um Urheberrechtsproblemen auf die Spur zu kommen.
Wie viel eine "Linux-Versicherung" kosten soll, gab Open Source Risk Management bislang nicht bekannt. Details dazu und zur Strategie der Firma will Gründer Daniel Egger in Kürze bekannt geben.
Auch wenn die Geschäftsidee von OSRM auf den ersten Blick ein wenig skurril anmutet, ist das Problem mit Open-Source-Software nicht von der Hand zu weisen. Selbst Befürworter des Open-Source-Ansatzes und speziell von Linux räumen ein, dass es durchaus zu Streitigkeiten um Patente und geistiges Eigentum kommen könnte. Allerdings gibt es derzeit keine Anzeichen dafür, dass eine Klagewelle bevorsteht und sich Anwender, ähnlich wie im Falle von SCO/Linux, plötzlich mit Forderungen nach Zahlung von Lizenzgebühren konfrontiert sehen werden.
Sollte SCO vor Gericht jedoch Erfolg haben, werden sich mit Sicherheit "Trittbrettfahrer" finden, die "mal eben schnell" einen Dollar oder Euro abzocken wollen, indem sie Urheberrechte an Open-Source-Software oder Teilen davon geltend machen.
Verfasst von: Bernd Reder am 17.03.04, 14:21
