"Flash Mob": Eine neue Variante des Supercomputing

Ein bemerkenswertes Experiment fand am vergangenen Wochenende an der University of San Francisco in Kalifornien statt: Studenten koppelten über ein lokales Netzwerk mit einer Kapazität von 10 GBit/s 669 Standard-PCs und Notebooks und schufen auf diese Weise einen "Supercomputer". Mit diesem System namens "Flash Mob I" wollten sie den Sprung in die Top-500-Liste der leistungsstärksten Rechner der Welt schaffen.

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Aus 669 PCs einen Superrechner "bauen": Studenten der Universität von San Francisco wollten mit dem "Flash Mob I" den Sprung in die Top 500 der Supercomputer-Rangliste schaffen, allerdings ohne Erfolg. (Bild: Flashmobcomputing.org)

Das klappte allerdings nicht. Die Organisatoren des Events hatten sich erhofft, dass der virtuelle Rechner 500 Gigaflops (Floating Point Operations per Second) schaffen würde. Im Endeffekt waren es dann "nur" 180 Gigaflops (Linpack), die sie mit 256 Maschinen erzielten. Ein Problem war, die Rechner optimal für die Benchmark-Tests zu konfigurieren, ein weiteres, Maschinen zu identifizieren, die als "Leistungsbremse" wirkten.

Die Rechner, welche die Teilnehmer zu der Veranstaltung mitbrachten, mussten mindestens über einen Pentium-3- oder AMD-Prozessor mit 1,3 GHz verfügen, außerdem über 256 MByte Arbeitsspeicher, ein CD-ROM-Laufwerk und einen LAN-Adapter mit 100 MBit/s. John Witchel, ein Student, der das Event organisiert, war dennoch mit dem Resultat zufrieden. "Flash Mob wird das Supercomputing demokratisieren", sagte er in einem Gespräch mit der BBC.

Ähnlich wie beim Grid Computing, das ebenfalls viele separate Computer zu einem Superrechner kombiniert, verwendet Flash Mob eine spezielle Software, die die Rechenoperationen koordiniert. Wer übrigens selbst eine Flash-Mob-Netz aufbauen möchte, kann sich die Software von einer Website der Uni San Francisco herunterladen. Während beim Grid Computing in der Regel Systeme miteinander verbunden werden, die in Rechenzentren stehen, sind es bei Flash-Mob-Systeme Maschinen aller Art und Provenienz. Sie bilden spontan und meist nur für kurze Zeit einen Großrechner. Ein Flash-Mob-Rechner lässt sich überall zusammenbauen: auf einem Campus, in einer Turnhalle oder einer Wohnung.

Noch kurz zum Begriff "Flash Mob": Das sind eigentlich "unerklärbare spontane Versammlungen an öffentlichen oder halb öffentlichen Orten", bei denen die Teilnehmer merkwürdige, Dinge tun. Eines der bekanntesten Beispielte stammt aus New York, wo Flash Mobs angeblich erfunden wurden: Hunderte von Leuten stürmten dort ein nobles Schuhgeschäft, starrten verwirrt um sich, als hätten sie so etwas noch nie gesehen und verschwanden nach ein paar Minuten wieder. Zu solchen Events verabreden sich die Teilnehmer mittels E-Mail-Kettenbriefen oder über Weblogs. Informationen zu Flash Mobs sind unter anderem auf folgenden Sites zu finden:

Flash Mobbers Net

Flash Mob Twoday

Verfasst von: Bernd Reder am 08.04.04, 13:20
Kommentare

Süddeutscher Flashmobber-nehmt mich auf!


Verfasst von: Erich Zimmermann am 08.06.04, 10:54
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