Mit "Trusted Networks" gegen unerwünschte E-Mails
Die Anti Spam Task Force (ASTF) des Verbands der Deutschen Internetwirtschaft (Eco Forum) will in Kürze ein Papier vorlegen, in dem sie Maßnahmen gegen Spam vorschlägt. Ein Vorschlag ist, ein so genanntes Trusted Network von Internet-Serviceprovidern einzurichten. Die Mitglieder des Trusted Network verpflichten sich, bestimmte Regeln zu definieren und einzuhalten, die für den Transport von Massen-E-Mails gelten
Außerdem soll der Informationsaustausch zwischen den Anti-Spam-Abteilungen der Serviceprovider verbessert werden. Das Ziel ist, bereits in einem frühen Stadium Spam-Attacken zu erkennen und Gegenmaßnahmen einzuleiten. Der Verband begrüßte zudem Äußerungen von Parteien wie der SPD, die sich für gesetzliche Maßnahmen gegen Spam aussprachen, inklusive strafrechtlicher Verfolgung von Spam-Versendern, die beispielsweise Absender-Adressen von E-Mails manipulieren oder Server hacken, um sie als Transportvehikel für ihre Sendungen zu missbrauchen.
Unter den Internet-Serviceprovidern ist die Idee des Trusted Network allerdings nicht auf ungeteilte Zustimmung gestoßen. Einige bemängeln, das Modell sei zu restriktiv. Der Hintergrund ist, dass viele ISPs mit der Massenversendung von E-Mails ein gutes Geschäft machen. Deshalb stehen sie Reglementierungen skeptisch gegenüber. Das gilt auch für Unternehmen, die Services rund um Online-Marketing anbieten.
Speziell die "Opt-in"-Regelung, welche die Europäische Union für Massen-E-Mails ins Auge gefasst hat, stößt auf Widerstand. Bei Opt-in muss der Empfänger von Werbe-Mails ausdrücklich zustimmen, dass er solche Sendungen erhalten will. Bei Opt-out, das beispielsweise in den USA zum Zuge kommt, erhält der Empfänger solange Werbesendungen, bis er diese beim Versender abbestellt. Online-Vermarkter und ISPs in Europa fürchten, dass allzu verbraucherfreundliche Maßnahmen gegen Spam ihr Geschäft zumindest teilweise torpedieren
Verfasst von: Bernd Reder am 13.04.04, 12:10
