Wireless LAN: Legoland ortet verloren gegangene Kids mittels Funknetz

Eltern kennen das Problem: Sei es im Einkaufszentrum, Schwimmbad oder einem Freizeitpark - ab und zu tauchen die lieben Kleinen einfach unter. Dann setzt meist ein hektisches Suchen an, das häufig erst durch eine Lautsprecheransage ein Ende findet, etwa in der Art: "Der kleine Sebastian kann von seinen Eltern an der Infotheke im Bereich C abgeholt werden." In den Freizeitparks des dänischen Spielzeugherstellers Lego gehört das nun der Vergangenheit an. Im Legoland lassen sich vagabundierende Kinder nun mithilfe von Wireless LANs und Funketiketten aufspüren.

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Wird beispielsweise in ein Armband eingebaut: Der Aufenthaltsort von Personen lässt sich dann über ein Wireless LAN feststellen. (Bild: Bluesoft)

Wer will, kann seinem Kind ein Armband mit einem Funktransponder verpassen. Das Etikett kann über ein WLAN lokalisiert werden, die den Standards IEEE 802.11b und g entsprechen. Lieferant der Etiketten und des "Aeroscout"-Ortungssystems ist die amerikanische Firma Bluesoft. Nach Angaben des Unternehmens ermittelt Aeroscout den Standort jedes Geräts, das mit einem WLAN-Adapter oder einem RFID Tag (Radio Frequency Identification) ausgestattet ist, also Notebooks, Personal Digital Assistants oder Barcode-Scanner.

Im Legoland ist Aeroscout zusammen mit einer Technik im Einsatz, die Kidspotter entwickelt hat. Eltern, die ihre Sprösslinge mit einem Funketikett ausgerüstet haben, registrieren die Tags via SMS bei einem Server. Ist ihnen ihr Kind abhanden gekommen, stellen sie ebenfalls über eine Short Message eine Suchanfrage an das System. Sie erhalten dann eine Nachricht mit den Koordinaten des Aufenthaltsortes des Ausreißers. Auf einer Karte können sie dann nachsehen, wo sich die oder der Kleine gerade herumtreibt.

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Ortung mittels Funknetz: "Kidspotter" ermittelt den Quadranten, in dem sich ein Kind mit einem Funketikett gerade aufhält und übermittelt die Information via SMS zum Handy der Eltern. (Bild: Kidspotter)

Freizeitparks sind nur ein Beispiel für die Einsatzmöglichkeiten des Systems. Weitere Anwendungsfelder sieht Bluesoft unter anderem in Kliniken, im Transportwesen oder in der Fertigung. Noch Zukunftsmusik sind dagegen standortbezogene Dienste via Wireless LAN (Location Based Services). Solche Services stehen bereits über Mobilfunknetze zur Verfügung. Der User kann mithilfe von LBS quasi maßgeschneiderte Dienste nutzen oder Daten abrufen, die dediziert für ihn von Interesse sind.

Neben Bluesoft hat übrigens auch Ekahau eine Technik auf Basis von WLAN entwickelt, mit der sich Geräte über Funknetze orten lassen. Damit zielt die Firma auf dieselben Einsatzgebiete, etwa das "Verfolgen" von Patienten und medizinischen Geräten in Kliniken. Als Beispiel für einen Location Based Service nennt Ekahau ein Museum: Besucher könnten sich von einem PDA zu den Objekten lenken lassen, die für sie von Interesse sind, und sich dann auf dem Gerät die dazu gehörigen Informationen anzeigen lassen.

Verfasst von: Bernd Reder am 27.04.04, 13:03
Kommentare

Genau, denn so kann man die Kleinen schon mal daran gewöhnen, dass sie in nicht allzuferner Zukunft nicht nur in Legoland sondern auch in der Schule, Freizeit, naja eigentlich immer überwacht werden..?
Und bevor das Sicherheitsargument kommt: Ist Legoland ein so gefährlicher Ort?


Verfasst von: Moe am 27.04.04, 13:41

Hallo Moe,

es scheint so, dass Legoland ein Hort der Unsicherheit ist, an dem permanent Kinder verschwinden. ;-) Nein, im Ernst: Es zeichnet sich immer stärker ab, dass sich zu den Kernanwendungen von RFID, Mobilfunk und Wireless LANs das "Verfolgen" von Menschen entwickelt, nicht nur das Tracking von Gütern oder Gepäckstücken in einem Flughafen. Das ist ja nicht so kritisch. Wenn dagegen der Aufenthaltsort von Personen nachverfolgt wird, erhält die Sache eine andere Dimension. Klar kann man argumentieren, es sei sinnvoll, kleine Kinder, wie bei Legoland, oder geistig verwirrte Menschen mit einem "Funkarmband" auszustatten, damit man sie wiederfindet, wenn sie sich verlaufen haben. Aber die Schattenseiten eines solchen Vorgehens liegen auf der Hand, Stichwort Datenschutz, persönliche Freiheit et cetera. Diese Punkte aber werden gerne ausgeblendet, vor allem mit dem Argument, mehr Überwachung sei wegen der wachsenden Terrorgefahr notwendig. Hoffentlich müssen nicht unsere Kinder oder Enkel eines Tages mit einem implantierten Sender herumlaufen.


Verfasst von: Bernd Reder am 28.04.04, 13:30

Dir Sir,
Can I get information about RLTS in English language
Thank you
A. Qari


Verfasst von: Abolfazl Qari am 21.01.05, 21:25
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