Linux: Seit heute keine Patches und Bug-Fixes mehr für Red Hat 9
Red Hat hat es ja bereits vor einiger Zeit angekündigt. Aber zur Erinnerung für alle, welche die Version 9 der Linux-Distribution des Unternehmens einsetzen: Heute lief die so genannte "Errata Maintenance" für diese Ausgabe des Betriebssystems aus. Das heißt, Red Hat stellt keine neuen Patches, Updates oder Treiber dafür zur Verfügung.
Red Hat Linux 9 war die letzte Distribution, mit der das Unternehmen auch ambitionierte Privat-User ansprach. Sie und Linux-Freaks will Red Hat für das Fedora-Projekt "begeistern". Ziel des Vorhabens ist, ein neues Open-Source-Betriebssystem zu entwickeln. Interessierte können sich eine Test-Version der Version 2 des Fedora-Kernels via Torrent herunterladen.
Firmenkunden will Red Hat die "Enterprise"-Ausgabe seiner Linux-Distribution schmackhaft machen, mit der die US-Firma den Markt der Unix- und Windows-Server angeht. Wie die Desktop-Strategie von Red Hat aussieht, wird das Thema eines Pressegesprächs Anfang kommender Woche sein. Mal sehen, ob die "Rothüte" eine Überraschung parat haben oder ähnliche Statements wie ihre Konkurrenten zum Besten geben, à la "Linux ist selbstverständlich auch auf dem Arbeitsplatzrechner eine Alternative zu Windows XP oder Windows 2000". Ganz so einfach ist die Sache bekanntlich nicht, und zwar nicht nur wegen der Dominanz von Windows, sondern auch deswegen, weil Linux doch mehr Expertise beim Nutzer voraussetzt als Windows - so viele Sicherheitslöcher die Software von Mister Gates auch aufweisen mag.
Vielleicht nimmt Red Hat ja auch zu Plänen von Sun Microsystems Stellung. Denn angeblich plant die Firma, eine Version ihres Unix-Betriebssystems Solaris unter der General Public Licence (GPL) freizugeben. Jonathan Schwartz, Präsident und Chief Operation Officer von Sun, will damit vor allem Red Hat das Leben schwer machen und Linux-User zu Sun herüberziehen. In diesem Zusammenhang griff er Red Hat an und monierte, der Konkurrent orientiere sich im Gegensatz zu Sun nicht an offenen Standards, sondern koche sein eigenes, proprietäres (Betriebssystem-)Süppchen.
Verfasst von: Bernd Reder am 01.05.04, 18:15
