Test: Flughafen-Personal in USA wird mit RFID Tags "markiert"
Nicht lange herumdiskutieren, sondern einfach tun, nach diesem Motto verfährt offenbar die amerikanische Transportation Security Administration (TSA). Sie ist unter anderem für die Sicherheit auf Flughäfen zuständig. Die Behörde startete jetzt auf acht US-Airports einen Feldversuch mit dem Ziel, die Mitarbeiter von Flughäfen besser zu kontrollieren und als potenzielles Sicherheitsrisiko auszuschalten. Das Personal wird beispielsweise mit Funketiketten (RFID Tags) ausgestattet. Auf diese Weise lässt sich feststellen, wo sich ein Mitarbeiter gerade aufhält.
Außerdem kommen biometrische Systeme, wie Fingerabdruck- und Iris-Scanner, zum Einsatz. Sie dienen dazu, Mitarbeiter zu identifizieren und nur autorisierten Personen Zugang zu bestimmten Bereichen zu gewähren, etwa dem Rollfeld. Und zu guter Letzt will die TSA auch noch die Videoüberwachung von Flughäfen verbessern. Immerhin scheint es noch nicht so weit gekommen zu sein, dass den Bediensteten ein RFID-Chip implantiert wird, wie wir dies aus manchen Sciencefiction-Filmen kennen.
Aber Spaß beiseite: Es zeichnet sich immer stärker ab, dass Funketiketten vor allem bei sicherheitsrelevanten Anwendungen zum Zuge kommen. Das "Tracking" von Personen dürfte zumindest in Nordamerika bald zum Standardrepertoire gehören, und zwar nicht nur auf Flughäfen. Auch die Ausweise, die Besucher von öffentlichen Gebäuden oder Firmen erhalten, lassen sich beispielsweise mit solchen Funk-Chips ausrüsten. Feldversuche, bei denen Gepäckstücke auf Flughäfen mit RFID Tags markiert werden, sind in den USA bereits angelaufen.
Ob auch in Deutschland ähnliche Versuche geplant sind, ist nicht bekannt. Allerdings ist davon auszugehen, dass diese Techniken auch hier zu Lande zum Zuge kommen, wenn die Pilotprojekte in Amerika erfolgreich verlaufen. Die derzeitige Debatte um biometrische Merkmale auf Personalausweisen und elektronische ID-Karten lässt das zumindest vermuten.
Verfasst von: Bernd Reder am 11.05.04, 16:08
