Mobilkommunikation: Mit dem Handy fernsehen
Videobilder, die mittels "Streaming" auf Mobiltelefone übertragen werden, zählen hier zu Lande zu den Angeboten, von denen sich Vodafone, T-Mobile und die anderen Mobilfunk-Carrier in Zukunft satte Einnahmen versprechen. Die Voraussetzung für Streaming ist ein schnelles Mobilfunknetz, das nun mit UMTS und auch GPRS zur Verfügung steht. Einen Schritt weiter geht der japanische Medienkonzern NHK (Japan Broadcasting Corporation): Ab 2005 sollen Handy-Benutzer in Japan "normale" digitale Fernsehbilder über ihre Mobiltelefon empfangen können, wie Mobilemag.com berichtet.
Die Science & Technical Research Laboratories von NHK haben den Prototypen eines solchen Handys entwickelt und werden ihn Ende Mai der Öffentlichkeit vorstellen. Angeblich kann der Benutzer mit einer Akku-Ladung zwei Stunden lang fernsehen. Integriert sind zudem Funktionen, mit denen sich ortsbezogene Dienste abrufen oder mittels "Push-Service" automatisch ausgeben lassen etwa, etwa Warnungen vor Unwettern, lokale Nachrichten oder Hinweise auf Geschäfte, Kinos und Restaurants, die sich in der Nähe befinden. Solche "Location Based Services" wollen die Betreiber von Mobilfunknetzen über paketorientierte Mobilfunknetze wie General Packet Radio Service (GRPS) oder UMTS auch in Deutschland verstärkt vermarkten.
Ob beziehungsweise wann es auch bei uns digitales TV via Handy geben wird, ist noch nicht absehbar. Derzeit wird mit DVB-T zwar ein terrestrisches digitales TV-Netz aufgebaut. Dies ist jedoch eher für den stationären Empfang ausgelegt. Allerdings wurde, wie in der Ausgabe 11/2004 von c't zu lesen ist, die Technik erfolgreich in Flugzeugen getestet, die sich mit 800 Stundenkilometern fortbewegten.
Verfasst von: Bernd Reder am 17.05.04, 12:36
