Router: Hitachi und NEC wollen Cisco Konkurrenz machen
Bis jetzt spielten japanische Firmen im Markt der Highend-Router und -Switches so gut wie keine Rolle. Die "großen Kisten", die beispielsweise Internet-Serviceprovider oder Großunternehmen in ihren Netzen einsetzen, stammen von amerikanischen Firmen. Auf dem ersten Platz rangiert nach Angaben der Markforschungsgesellschaft Dell'Oro Group unangefochten Cisco Systems vor Juniper Networks und dem Newcomer Redback Networks. Auch auf dem vierten Rang ist mit Nortel Networks ein US-Unternehmen zu finden.
Nun möchten sich NEC und Hitachi in diese Phalanx hinein schieben. Zu diesem Zweck wollen beide ein Jointventure gründen. Das Gemeinschaftsunternehmen, das noch keinen Namen hat, soll im März kommenden Jahres die ersten Produkte liefern. Zielgruppe sind Serviceprovider und Telekommunikationsfirmen, in erster Linie solche, die in Japan aktiv sind. Offenbar setzen NEC und Hitachi darauf, dass sie in ihrem Heimatmarkt dank der guten Kontakte zu japanischen Carriern eine bessere Chance haben als auf dem internationalen Parkett.
Dort, so ein Firmensprecher, wolle man bestenfalls mithilfe von OEM-Abkommen aktiv werden, sprich Telekommunikations-Ausrüster sollen die Produkte von NEC-Hitachi unter eigenem Namen verkaufen.
Warum sich die beiden Unternehmen nun in diesem stark umkämpften Markt engagieren wollen, ist nicht ganz klar. Vermutlich erwarten sie, dass im Router-Markt nach einer längeren Durststrecke wieder ein Aufschwung zu erwarten ist. Der Router-Markt hatte im ersten Quartal ein Volumen von weltweit 1,8 Milliarden Dollar und wies laut Dell'Oro ein Wachstum von fünf Prozent auf. Im vergangenen Jahr wurden nach Angaben der Firma Systeme im Wert von 6,4 Milliarden Dollar verkauft; dies waren drei Prozent mehr als 2003.
Andere Zahlen legten die Marktforscher von In-Stat/MDR vor: Sie taxierten den Router-Markt im vergangenen Jahr auf rund 3 Milliarden Dollar. Davon entfielen 1,6 Milliarden auf Systeme, die am Rand von Provider-Netzen installiert werden, so genannte Edge-Router. Core-Router, also große, extrem leistungsfähige Geräte im Zentrum eines Netzes, kamen auf 1,47 Milliarden Dollar. Für das erste Quartal des laufenden Jahres errechnete In-Stat einen Umsatz von 1,89 Milliarden Dollar, an die acht Prozent mehr als in den drei Monaten zuvor.
Verfasst von: Bernd Reder am 27.06.04, 10:12
