Selbst der Vorsitzende der FCC hat nun sein eigenes Weblog

In den USA werden offenbar Weblogs immer stärker zu einem Mittel, um Politik zu machen und Lobbyismus zu betreiben. Jüngstes Beispiel: Michael Powell, Vorsitzender der Federal Communications Commission (FCC), verkündet nun auch über sein eigenes Weblog seine Ansichten - oder die seiner Behörde - zum Thema Regulierung des amerikanischen Telekommunikationsmarktes.

Die FCC nimmt in den USA in etwa dieselben Aufgaben wahr wie die Regulierungsbehörde für Post und Telekommunikation (RegTP) in Deutschland. Im ersten Beitrag in seinem Blog erläutert Powell, warum er der Blogosphere beigetreten ist: Er erhoffe sich Informationen von der "Tech Community", vor allem Input, der nicht durch Lobbyisten gesteuert wird.

Ob ausgerechnet ein Weblog der richtige Weg ist, um an "neutrale" Sichtweisen heranzukommen, wage ich jedoch zu bezweifeln. Denn was sollte Interessenvertreter aus Politik und Industrie davon abhalten, in Kommentaren auf Powells Weblog ihre Positionen geltend zu machen, vielleicht sogar in versteckter Form, sprich über "Strohmänner"?

Immerhin: Die Sache zeigt, dass Blogs auch in der politischen Diskussion an Gewicht gewinnen, und sei es "nur" als neues Medium oder Sprachrohr. Mal sehen, wann Matthias Kurth, Präsident der RegTP, oder gar der Bundeskanzler mit einem eigenen Weblog aufwarten können.

Verfasst von: Bernd Reder am 11.07.04, 13:03
Kommentare

Das geht in Richtung "Weblogs verderben die politische Kultur":

http://www.cydome.de/wsommergut/archives/000554.shtml


Verfasst von: Wolfgang Sommergut am 11.07.04, 18:14
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