Fast schon Orwellsche Dimensionen: 512 Megabyte Daten im Zahnimplantat

Wenn es nach dem amerikanischen Designstudio Creganna geht, wird jedermann künftig die wichtigsten persönlichen Informationen in einem "Datenzahn" mit sich herumtragen. Die Firma entwickelte ein Implantat mit dem Namen "dDrive". Es ist der Beitrag von Creganna zu einem Wettbewerb, den die Industrial Designers Society of America (IDSA) ausgeschrieben hat.

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Fasst bis zu 512 MByte Daten: Ein Zahnimplantat von Creganna mit integriertem Funkmodul. (Foto: Blueserker)

In den künstlichen Zahn ist ein Datenspeicher mit einer Kapazität von 512 Megabyte integriert. Außerdem ist er mit einem "Bluetooth"-Funkmodul ausgestattet. Mit der "Blauzahn"-Technik können Daten über kurze Distanzen von etwa 10 bis 20 Meter übertragen werden. Nach den Vorstellungen von Creganna lassen sich in dem Zahn beispielsweise Gesundheitsdaten, sicherheitsrelevante Informationen oder andere persönliche Informationen speichern.

Amerikanische Fluggesellschaften haben angeblich bereits Interesse an "dDrive" gezeigt. Sie überlegen, Fluggästen, die sich mithilfe des Implantats identifizieren, vereinfachte Check-in-Prozeduren anzubieten. Sicherheitsexperten von Firmen dagegen sehen in der Technik eher eine Gefahr. Denn "böse" Mitarbeiter könnten gewissermaßen im "hohlen Zahn" sensible Informationen aus dem Unternehmen herausschmuggeln.

In den Berichten blieb allerdings ein Aspekt unerwähnt: die Sicherheit der Daten, die der Träger eines solchen Implantats mit sich herumträgt. Denn die Technik würde in der Tat einen weiteren Schritt in Richtung "Gläserner Bürger" bedeuten. Hinzu kommt, dass Bluetooth alles andere als sicher ist. Wie beispielsweise auf Heise Online nachzulesen war, sind Erfolg versprechende Angriffe auf Bluetooth-Geräte auch über größere Entfernungen möglich.

Das heißt, die Informationen im "Blauzahn" müssen gegen die Angriffe von Hackern geschützt werden, etwas mittels Verschlüsselung. Allerdings dürfte auch das wenig gegen brachialere Methoden helfen, sprich den Datenklau durch das gewaltsame Extrahieren des Datenzahns.

Verfasst von: Bernd Reder am 14.08.04, 13:00
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