Truppenbetreuung online: US-Soldaten erhalten bei Napster Rabatt auf Musik-Downloads
Seine patriotische Gesinnung unterstreicht der amerikanische Musik-Download-Dienst Napster auf ganz besondere Weise: Angehörige der amerikanischen Streitkräfte können Musiktitel billiger als Otto Normalverbraucher über das Internet herunterladen.
GIs im aktiven Militärdienst, aber auch Veteranen und Familienangehörige von Soldaten, haben die Möglichkeit, über einen speziellen Online-Dienst des US-Militärs einzelne Titel oder ganze Alben etwas 11 Prozent billiger zu ordern als andere User von Napster. Für einen Song sind etwa 88 US-Cent fällig. Normalerweise kostet ein Lied 99 US-Cent.
Dass Napster nun in Patriotismus macht, ist ein wenig skurril. Immerhin galt das Unternehmen Jahre lang als Sinnbild von Musik-Piraterie und "böser" Peer-to-Peer-Networks. Offenkundig bemüht sich die Firma nun, ihre wilden Jahre vergessen zu machen.
In News-Diensten wie etwas den Gnutella News, finden sich denn auch hämische Kommentare zum Schachzug Napsters, etwa der Art: "Hört sich nach einem fairen Deal an: Die Leute riskieren ihr Leben und kriegen dafür einen kleinen Rabatt auf Musik" oder "Napster versucht offenbar auf diese Weise, Peer-to-Peer-Diensten den Garaus zu machen".
Übrigens: Was ist mit unseren Jungs, die in Afghanistan oder dem Kosovo ihren Hals riskieren? Sollten die nicht auch moralische Aufbauhilfe bekommen?
Verfasst von: Bernd Reder am 15.08.04, 15:59Sorry, hier stimmt eine Menge nicht. Erstens hat das Angebot von Napster nichts mit Patriotismus zu tun, sondern nur mit Marketing und Geschäftemacherei.
Zweitens, und das ist viel wichtiger: Das Napster von heute hat mit der früheren MP3-Tauschbörse überhaupt nichts mehr gemein außer dem Namen. Den hat Roxio - früher Spezialist für Brennsoftware und jetzt auf dem Musiktrip - gekauft und ihn auf den legalen Online-Musikverkauf Pressplay gebappt (ebenfalls aufgekauft).
Verfasst von: Thomas am 15.08.04, 19:43
Hallo Thomas,
Erstens: In den USA sind bekanntermaßen Patriotismus und Geschäftemachen ziemlich eng miteinander verbunden. Natürlich zielt das Angebot von Napster darauf ab, Geld zu machen, aber, und das ist ja gerade der Trick, es nutzt dazu sehr wohl das Thema "Patriotismus" beziehungsweise "Helft unseren Jungs draußen in der Welt". Das machen ja andere US-Firmen ebenso.
Zweitens: Den Namen "Napster" dürften trotz der Übernahme durch Roxio viele User immer noch mit dem Dienst in Verbindung bringen, den Shawn Fenning aus der Taufe gehoben hat - und dem Kampf der Musikindustrie gegen die "alte" Napster inklusive der entsprechenden Begleitmusik wie Gerichtsverfahren.
Also von wegen, "hier stimmt eine ganze Menge nicht" ;-)
Bernd
Verfasst von: Bernd am 16.08.04, 08:31

