Funketiketten sollen wichtige Dokumente schützen
Ein System auf Basis von RFID-Tags, mit dem sich lückenlos nachweisen lässt, in wessen Händen sich ein Dokument oder Buch gerade befindet, hat NEC entwickelt. Erster Anwender ist eine Bank in Japan.
Die Bank von Nagoya will das System im Frühjahr kommenden Jahres implementieren. Es verwendet Antennen, die in alle Richtungen abstrahlen, also omnidirektional. Sie werden beispielsweise an Buchregalen in Bibliotheken oder Schränken befestigt, in denen sich Dokumente befinden. In die Bücher oder Unterlagen sind Radio-Frequency-Identification-Tags (RFID) eingearbeitet. Das lässt sich machen, weil es bereits Versionen dieser Funketiketten sind, die kaum dicker als ein Blatt Papier sind.
Die Tags melden an die Lesestationen, wo sich eine Unterlage gerade "aufhält". Das soll lästiges Suchen ersparen. Die Pläne gehen jedoch noch weiter: In Kombination mit Chipkarten, die Mitarbeiter erhalten, und einer Datenbank lässt sich sogar ermitteln, wer welches Dokument entnommen hat. Versucht ein Kollege, der dazu nicht autorisiert ist, eine Unterlage an sich zu nehmen, schlägt das System Alarm.
Das wiederum wirft, wie so oft bei RFID-Chips, die Frage nach dem Datenschutz auf. In Hochsicherheitsbereichen, etwa in Forschungseinrichtungen, beim Militär oder Regierungsbehörden, mag eine solche Überwachung noch statthaft sein. In Privatfirmen kann dies jedoch leicht in "Schnüffelei" ausarten.
Die Bank von Nagoya allerdings argumentiert, mithilfe der Funk-Chips wolle sie die Kosten senken. Bislang müssten die Mitarbeiter Unterlagen von Hand oder mithilfe eines Barcode-Lesegerätes erfassen. Das sei zeitaufwändiger als das Registrieren via Funketikett.
Verfasst von: Bernd Reder am 22.08.04, 14:06
