Debatte: Googles "GMail"-E-Mail-Service soll Programme von Drittherstellern blocken

Auf Slashdot wird seit gestern darüber diskutiert, ob Google seinen E-Mail-Dienst GMail bewusst so konfiguriert hat, dass er nicht mit Software von anderen Anbietern zusammenarbeitet.

Konkret geht es um Tools, die den Benutzer darüber informieren, dass eine neue Nachricht in dessen GMail-Postfach angekommen ist. Bei Googles Ansatz erscheint nach Angaben eines GMail-User die Mitteilung nicht in einem Pop-up-Fenster wie bei den Web-Browsern Mozilla oder Firefox, sondern wird "nur" in der Taskbar angezeigt.

Es ist interessant, um nicht zu sagen amüsant, wie hitzköpfig die Diskussion um diesen Punkt geführt wird. Die Argumente reichen von "Google will Drittanbieter von Tools aussperren" über "Was erwartet ihr von einem Service, der gerade im Beta-Test ist?" bis hin zu "Niemand hat ein Recht, von einem Unternehmen wie Google Dinge einzufordern, wenn dies in Eigenregie Techniken oder Dienste entwickelt".

Ein Argument, das die Verteidiger der Google-Haltung vorbringen: Die Firma möchte zumindest derzeit verhindern, dass besagte Tools ein Übermaß von Anfragen an die GMail-Server senden und diese dadurch zu stark belasten.

Verfasst von: Bernd Reder am 29.08.04, 13:46
Kommentare

Ich bin nun der Letzte, der sich nicht manchmal fragt, ob bei Google nicht doch ein "Evil Masterplan" im Gange ist (siehe Mehr Google Bashing ... http://notizen.typepad.com/aus_der_provinz/2004/05/mehr_google_bas.html), Aber diese Diskussion ist in erster Linie wirklich dafür geeignet, zu illustrieren, wie sich paranoide Tendenzen in Online-Foren hochschaukeln können. GMail ist BETA-Software. Da ändert der Hersteller gelegentlich etwas dran (ich selbst habe heute Morgen eine Zeitlang verzweifelt das Tagging-Popup gesucht, das auf einmal woanders ist). Daraus gleich "ne' Welle zu machen" und finstere Absichten zu unterstellen, ist wirklich in erster Linie ... amüsant.


Verfasst von: Markus Breuer am 29.08.04, 16:43

Besonders anfällig für Verschwörungstheorien scheinen einflussreiche Firmen zu sein, deren Produkte Kultstatus erreichen. Und Google hat es geschafft, Gmail einen Hauch von Exklusivität zu verleihen, weil man erst eingeladen werden muss, um an ein begehrtes Mail-Konto zu gelangen. Das beflügelt die Phatasie.


Verfasst von: Wolfgang Sommergut am 29.08.04, 22:48
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