Die Zeit als reines Paid-Content-Angebot
Einen radikalen Strategiewechsel verfolgt die Wochenzeitung "Die Zeit". Ab Februar 2004 sollen die Online-Inhalte des Hamburger Zeitungshauses nur noch als Paid Content erhältlich sein.
Bislang konnten die Leser die meisten Inhalte kostenlos online beziehen. Laut Nachrichtendienst "Kontakter" ändert sich das jedoch in Zukunft. Die Leser können auswählen, ob sie ein E-Book, einen Audio-Service oder neue Archiv- und SMS-Dienste nutzen wollen. Während Zeit-Leser nichts für diese Services zahlen müssen, kommen auf Nichtabonnenten Kosten von sieben bis acht Euro pro Monat zu.
Noch vor wenigen Monaten wollte der stellvertretende Zeit-Geschäftsführer Andreas Arntzen nicht viel von Paid Content wissen. Doch anscheinend haben die Erfolge der kostenpflichtigen Audiofiles Lust auf mehr kostenpflichtige Angebote gemacht. Schließlich zeigen die Ergebnisse einiger anderer Verlage, dass mit hochwertigen Inhalten online ebenfalls Geld zu verdienen ist.
Entscheidend für den Erfolg einer reinen Paid-Content-Strategie ist letztlich auch eine gewisse Unabhängigkeit vom Advertising. Je mehr ein Online-Angebot auf Werbung angewiesen ist, desto weniger kann es sich der Anbieter erlauben, auf den freien Zugang zu seinen Inhalten zu verzichten.
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