E-Mail-Marketing: Spam bedrohlich

Erstmals sind 2003 mehr Spams als legitime E-Mails verschickt worden. Laut dem britischen Anti-Spam-Software-Hersteller Brightmail überwiegen weltweit die unerwünschten Massensendungen. Der tägliche Spam-Wahnsinn verändert sogar schon die Nutzungsgewohnheiten in der E-Mail-Kommunikaton. Die User fühlen sich von E-Mails dermaßen belästigt, dass sie am liebsten auf diese Form der Kommunikation verzichten würden. Kein Wunder. Schließlich freut sich niemand über tägliche Porno-Mails, Viagra-Verkaufs-Mails und sonstige Spams.

Während Spams 2002 bereits 40 Prozent des E-Mail-Aufkommens ausmachten, stieg ihr Anteil in diesem Jahr auf rund 56 Prozent. Die Zukunft des E-Mail-Verkehrs sieht zudem schlecht aus, wenn man den Prognosen der Analysten glauben schenken kann. Ohne Gegenmaßnahmen werden die Werbe-E-Mails schon bald die meisten digitalen Postfächer verstopfen und die Effizienz der E-Mail-Nutzung erheblich beeinträchtigen. Einige Auguren gehen sogar von 70 Prozent Spam in 2007 aus.


"One estimate by the Radicati Group pegs the number of spam messages that will be sent this year at 4.9 trillion. Another estimate suggests that by 2007, 70% of all e-mail will be spam. The members of the House and Senate could have spent their time more productively trying to hold back the tide of the Atlantic Ocean with teaspoons. What's needed is not poorly conceived, toothless legislation, but serious, powerful filtering products from the private sector.

For business customers, there is already a healthy anti-spam business. Companies like Postini, FrontBridge, MessageLabs, MX Logic and Brightmail, all privately held, are helping businesses get their productivity-sapping spam problems under control and making a tidy bit of profit in the process. One estimate by Ferris Research, a San Francisco-based market research firm, forecasts $300 million in sales for companies like these next year, and double that in 2005. " (Forbes.com)


Kein internationales Spam-Verbot durchsetzbar

In den USA wurden vor einigen Wochen die Gesetze für Spam-Versender verschärft. Der amerikanische Kongress hat ein Gesetz verabschiedet, dass die Spam-Versender mit hohen Geldstrafen belegen soll. Zudem will die amerikanische Regierung die Gesetzeslage verschärfen. Dennoch bezweifeln die FTD-Autoren Matthias Ruch und Martin Virtel, dass das wirklich ein effektives Mittel gegen die Spam-Flut darstellt. Schließlich können die Spammer einfach in Länder weiterziehen, in denen sie von Spam-Gesetzen unbehelligt bleiben.

"Doch selbst ein - in den kommenden Jahren wohl ohnehin illusorisches - international wirksames Spam-Verbot wird die Werbeflut kaum eindämmen können, solange die Gewinnmargen der Spammer und ihrer Hintermänner derart groß sind wie zur Zeit. Hier müssen Gesetzgeber, Verbraucherschützer und Netzbetreiber gemeinsam ansetzen, um den Verteilern der unerwünschten Rundschreiben die Geschäftsgrundlage zu entziehen. Dabei muss die Technik helfen. Schon heute ist es möglich, festzustellen, von welchem Anschluss aus eine Mail ursprünglich in die Welt geschickt wurde. Da die Versender der Spams aber lediglich als "Postboten" im Auftrag der Verkäufer handeln und ihren Gewinn nach der Quote der Antwort-Mails berechnen, wäre es wichtig, wenn die Opfer künftig auch direkt gegen die Hintermänner vorgehen könnten. "

>>Netzeitung: 2003 erstmals mehr Spams als E-Mails
>> Forbes.com: U.S. Congress Makes No Progress On Spam
>> Financial Times Deutschland: Spam
>> Heise: Verlust der Integrität der E-Mail


Verfasst von: klauseck am 22.12.03, 16:22
Trackbacks

Heiko beklagt sich über die Flut in seiner Mailbox. Mehrere hundert Spam-Mails am Tag. Ich selbst liege so bei etwa 100-200 Spams am Tag. Und es wird schlimmer. Ich erwarte in 2004 ein Email T...


Ping von: jimmiz journal, am 29.12.03, 19:00
Titel: The Email Tsunami
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