E-Mail-Marketing in Gefahr durch Spam-Filter

Eine wichtige Voraussetzung für den Erfolg von E-Mail-Marketing ist sicherlich, dass die versendeten E-Mails auch ihre Empfänger erreichen. Das ist jedoch heute längst keine Selbstverständlichkeit mehr. Ganz im Gegenteil. Immer mehr Unternehmen setzen Spam-Filter ein, die nicht nur unerwünschte Werbe-E-Mails aussortieren, sondern auch noch 15 bis 20 Prozent der abonnierten Newsletter.

Martin Aschoff, Geschäftführer des E-Mail-Versenders Agnitas, sieht deshalb in Spam-Filter sogar eine existenzielle Bedrohung für den Erfolg von E-Mail-Marketing. Er beschreibt in einem lesenswerten Hintergrundartikel in eMarket, welche Techniken Provider und Unternehmen inzwischen einsetzen.

"Die einfachste Form von Spam-Filtern sind die Blacklists (schwarze Listen). Blacklists bestehen lediglich aus einer Liste von Absenderadressen, deren eingehende E-Mails grundsätzlich blockiert werden."

"Spam-Filter haben die unangenehme Eigenschaft, dass sie beim Nutzer der Filter Rechen- und Arbeitszeit sowie Speicherplatz beanspruchen. Dies hat zur Folge, dass Spam-Filter zum einen zusätzliche Rechner-Ressourcen erfordern, und zum anderen durch die Analyse der E-Mails deren Empfang zeitlich verzögert wird."

Des Weiteren erläutert Martin Aschoff in seinem Artikel, welche Bedeutung Whitelists, Volumen-Filter, heuristische Filter, Bayes-Filter, Teergruben und Spamtrap-Systeme haben. Er gibt eine gute Übersicht über die verschiedenen Filteransätze der Antispam-Systeme.

>> eMarket: Spamfilter: Größte Bedrohung für das E-Mail-Marketing

Verfasst von: klauseck am 14.01.04, 15:19
Kommentare

Hi klaus,

ich weiß nicht, ob ich mit den Artikeln leben kann? Das gilt auch für den nächsten mit der Referenz auf den E-Market-Artikel!
Ich finde Spam ist der letzte Dreck, dann müssen sich Werbestrategen halt etwas anderes einfallen lassen. Dazu gibt es übrigens einen guten Artikel im neuen Journalisten.

Ich es sehe es so: In erster Linie muss der Arbeitsplatz (Rechner) sauber sein von Müll, und wenn das etwas etwas Rechenzeit kostet ist mir das lieber als Kinderporno, Viagra und Sodomie auf dem Rechner zu haben.
Zudem gibt es sehr effiziente Lösungen, die Server-basierend arbeiten. Davon merkt der User nichts.
Auch dürfte die Verzögerung durch Spam-Blocker kaum größer sein, als die Zeit, die es benötigt, den Werbemüll zu löschen.

Zum Thema False Positive: Lieber gehen ein bis zwei wichtige Mails nicht durch, als dass der Rechner überschüttet wird mit Müll.

Zur Studie auf die du dich bezieht: Wenn knapp 7 Prozent behaupten Sie bekommen sehr oft wichtige Mails nicht, ist das immer noch eine eher geringer Wert, denn 93 Prozent haben das Problem anscheinend nicht.

Stell dir einfach mal vor, du fährst durch eine schöne Landschaft und überall hängen Werbeplakate herum. Oder du sitzt gemütlich zu Hause und alle fünf Minuten ruft jemand an, um dir etwas zu verkaufen.
Spammern sollte man das Handwerk legen!
Grundsätzlich hat zwar jeder das Recht auf seine Meinung, aber cydome verstehe ich eher als Ratgeber und Anwalt für den Anwender und nicht als Sprachrohr für die IT-Industrie. Auch wenn E-Mail-Marketing eine lukratives Geschäft sein kann. Anscheinend ist es dann doch nicht so dolle. Jedes Medium hat halt seine Grenzen!
Vielleicht muss man dann mal wieder einen Gang zurückschalten und die gute alte Printversion in origineller Aufmachung herausholen. Daran verdient wenigsten die gute alte Post und nicht irgendwelchen Krimellen, die in Boca Raton hocken und die Welt mit E-Mail-Müll zuschütten.
Die Renaissance ist jedenfalls eingeläutet.

Gruß
Bernd


Verfasst von: Bernd Seidel am 14.01.04, 17:58

Es geht keinesfalls darum, die IT-Industrie zu verteidigen, sondern aufzuzeigen, welche Probleme im E-Mail-Marketing bestehen. Wer als Unternehmen heute einen Newsletter verschickt, muss damit rechnen, dass dieser nicht mehr gelesen wird, weil bestimmte Regeln nicht beachtet werden. Und 7 Prozent mögen bei manchem Newsletter noch zu verschmerzen sein, letztlich relativieren sie jedoch das eventuell damit verfolgte Ziel ganz entschieden. Schließlich will das Unternehmnen mit dem Newsletter den Kunden an sich binden. Und das kann meiner Ansicht nur über qualitativ hochwertige Inhalte geschehen, die auch wirklich gelesen werden.

Niemand sollte Werbe-E-Mails verschicken, die von den Nutzern nicht erwünscht sind. Das ist klar. Und für mich eindeutig als Spam einzustufen. Ganz anders verhält es sich mit Corporate-Publishing-Inhalten.

Die Online-Publisher, egal welcher Couleur, müssen sich darum kümmern, dass ihre Newsletter beim Abonnenten auch ankommen. Daraus wird zudem sehr schnell ein geschäftsschädigendes Distributionsproblem, wenn die User sogar dafür bezahlt haben (Stichwort: Paid Content).

Ich möchte meine Inhalte lieber via E-Mail oder online beziehen als via Post, weil ich sie dadurch nicht nur leichter lesen, sondern auch besser archivieren kann.


Verfasst von: Klaus Eck am 14.01.04, 19:18

Hallo Klaus,

für mich klingt das Ganze wie das Gejammer eines Lobbyisten. Woher nimmt er die Zahl von 15 bis 20 Prozent ausgefilteter Newsletter? Erinnert irgendwie an die Milliarden, die Software- und Musikindustrie angeblich jedes Jahr durch Raubkopierer verlieren. Meiner Erfahrung entspricht sie nicht.

Im Übrigen sind die Grenzen zwischen Spam und Newsletter fließend. Beide betreiben ja E-Mail-Marketing. Bei einigen Newslettern weiß man nicht, warum man sie bekommt, bei anderen, wie man sie abbestellt.


Verfasst von: Wolfgang Sommergut am 17.01.04, 00:12

Hallo Wolfgang,

so einfach würde ich das Ganze nicht als Gejammer abtun, schließlich leiden unter diesem Problem alle Unternehmen, die via Newsletter ihre Kunden informieren wollen. Darüber hinaus können Content-Anbieter nicht mit Sicherheit gewährleisten, dass ihre journalistischen Produkte ihre Empfänger erreichen.

Außerdem verstehe ich den eMarket-Artikel nicht als Plädoyer gegen Antispam-Lösungen, sondern eher als Frage, wie man mit dieser Situation vernünftig umgehen kann.

Meiner Ansicht nach ist das E-Mail-Marketing aufgrund der vielen Spams schon längst in eine Schieflage geraten, die den Versendern in Zukunft noch große Probleme bereiten dürfte. 15 - 20 Prozent entspricht den Erfahrungswerten US-amerikanischer Publisher.

Im Zeitalter des Spammens stellt sich eben grundsätzlich die Frage, ob Opt-in-Modelle noch ausreichen oder ob an die Stelle des Permission Marketing nicht stattdessen besser die RSS-Idee aufgenommen werden sollte. Dann hätte der User die absolute Verfügungsgewalt über den Informationsfluss und kann diesen auch jederzeit mit einem Klick beenden. Im bisherigen E-Mail-Marketing ist das mit vielen Schwierigkeiten verbunden. Wer kennt nach einer gewissen Zeit noch sein Passwort für die Abmeldung? Oder die E-Mail-Adresse, mit der man sich angemeldet hat? Stattdessen ist es sehr viel einfacher, den Newsletter als Spam zu blockieren. Nicht zuletzt deshalb glaube ich, dass wir in Zukunft noch sehr viel von RSS-basierenden Lösungen hören werden.


Verfasst von: Klaus Eck am 17.01.04, 13:35
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