Breitband-Offensive von Kabel Deutschland verschweigt geringe Reichweite
Mit einer vollmundig angekündigten "Breitband-Offensive" wollen die Manager des - bislang unverkäuflichem - Telekom-Nachfolgeunternehmens Kabel Deutschland GmbH jetzt offenbar verlorenen Boden im Access-Provider-Geschäft wieder aufholen.
Den attraktiven Bandbreiten von 2 bzw. 4 Mbit/s steht allerdings nur eine verschwindend geringe Zahl von Haushalten - unter anderem in Berlin und Leipzig - gegenüber, die dieses Angebot nutzen können. Hintergrund ist der jahrzehntelang versäumte Ausbau des Kabelnetzes, dem im weitaus überwiegenden Teil nach wie vor die Rückkanal-Fähigkeit fehlt.
Weiterer Grund für die spontane hektische Betriebsamkeit der Kabelnetz-Betreiber ist offenbar die zunehmende Bedrohung des Kerngeschäfts im Bereich TV-Empfang: Noch in diesem Jahr werden neben den Berliner Einwohnern auch weitere Regionen - unter anderem in Hessen, Hamburg und Köln/Bonn digitales Fernsehen über den DVB-T-Standard terrestrisch über eine kleine, bleistiftgroße Antenne empfangen können. Da die Kabelbetreiber bis zu diesem Zeitpunkt keine Zusatzfunktionen in diesen Regionen aufbauen können, werden vermutlich viele Kabel-Kunden über eine Vertragskündigung nachdenken. Auf diese Art erfüllt die wachsende Verbreitung von terrestrischem Digital-TV eine wichtige Funktion: Es weckt die Veranwortlichen in den bislang überwiegend mit sich selbst beschäftigten Kabelgesellschaften aus ihrem Dornröschen-Schlaf.
Autor: Wolfgang A. Buescher
Verfasst von: klauseck am 18.05.04, 11:37
