Microsoft sucht eine Suchstrategie
Was hat Google mit dem für das nächste Windows angekündigten Dateisystem WinFS zu tun? Weil erstere so erfolgreich sind, will Microsoft offenbar erweiterte PC-Suchfunktionen und Internet-Suche in einem Tool vereinen und schon bald anbieten. Funktionen wie die Suche nach Inhalten in Dateien wären damit auch ohne WinFS möglich.
Dass Microsoft mit einem neuen Suchdienst Front gegen Google machen will, ist ja schon seit längerem zu vernehmen. Wie das aussehen soll, hat nun MSN-Boss Yusuf Mehdi dargelegt. Laut einem CRN-Bericht, sollen umfangreiche Suchfunktionen in den Desktop integriert werden, um aus einem Frontend heraus sowohl das Web, aber auch das lokale Dateisystem, E-Mails und andere Datenbanken zu durchsuchen.
Offenbar will Microsoft nun nicht mehr auf die für 2006 angekündigte neue Windows-Version "Longhorn" und das datenbankbasierende Dateisystem WinFS warten. Die plötzliche Eile verwundert nicht, wenn man bedenkt, dass auch andere Anbieter wie Google in nächster Zeit mit universellen Suchtools kommen wollen. Und Google als dominantes Desktop-Tool - das erinnert irgendwie an einstige Desktop-Champions wie "Netscape"...
Ich bin ja mal gespannt, wie solche Suchtools dann aussehen werden. Eigentlich sind sie längst überfällig: Die bisher unter Windows gebotenen Such- und Indexierfunktionen bewegten sich zwischen "schlecht bedienbar" und "ziemlich ineffizient". Wenn sich jetzt die Großen so ins Zeug legen, kommt hinterher vielleicht was wirklich brauchbares raus.
Verfasst von: Wolfgang Miedl am 28.05.04, 08:57Yahoo will bei der Desktop-Suche auch mitmischen und daraus Nutzen für seine Web-Suchmaschine ziehen. Dazu ging die Firma erst vergangene Woche eine Kooperation mit Plaxo ein, dessen Tool sich aber nur auf die Suche in Outlook-Maildatenbanken beschränkt. => siehe http://www.plaxo.com/about/releases/release-20040513
Was Microsoft anlangt, kann man verstehen, dass Redmond nicht auf Longhorn warten kann. Das wird noch gut 2 Jahre dauern. Dann allerdings wird vermutlich jeder Tippfehler und jeder Mausklick unter Windows dazu führen, dass der Benutzer unfreiwilllig auf MSN Search landet. Bedenklich finde ich nur, dass allerorten wie selbstverständlich davon ausgegangen wird, dass Microsoft sein Desktop-Monopol wieder missbrauchen darf, um neue Märkte zu erobern.
Verfasst von: Wolfgang Sommergut am 28.05.04, 23:49

