Palm mit Pocket PC: Das Ende von Palm OS?
Die interessanten Dinge erfährt man wie immer ganz nebenbei: Am Rande der TechEd in Amsterdam wurde mir von einer zuverlässigen Quelle zugetragen, dass Palm One, also der Hardware-Teil der PDA-Schmiede, demnächst mit dem Erzfeind ins Bett geht und einen PDA mit Microsofts Windows Mobile a.k.a. Pocket PC auf den Markt bringen wird. Noch gibt es dazu aber keinerlei offizielle Informationen.
Für die Hardwerker von Palm One wäre dieser Schritt nach der Abspaltung vom Softwarebereich (jetzt Palm Source) nur konsequent: Erstens sinkt der Marktanteil von Palm-Geräten seit Jahren gegenüber Pocket PC beständig, ausserdem werden gerade im lukrativen Firmenmarkt fast nur noch Pocket PCs verkauft.
Der Begriff "Palm" dürfte damit als Bezeichnung für eine PDA-Kategorie (DIE ursprüngliche...) verschwinden. Interessant ist die Frage, ob Palm One damit einen Strategiewechsel einläutet oder dem Schwesterunternehmen nur mal auf die Füße steigen möchte. Denn der Übergang vom Ur-Palm von 1996 zu einem moderen System wird nach wie vor halbherzig betrieben. In Sachen Bedienoberfläche und Softwarearchitektur schleppt man weiterhin Altlasten mit, die sich aus Rücksicht auf die treuen Fans und die Entwickler offenbar keiner über Bord zu werfen traut.
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Ping von: teezeh dot info, am 05.07.04, 11:52
Titel: palmOne going Pocket PC?
Altlasten der Bedienoberfläche? Kannst Du das mal erläutern?
Ich habe reichlich Erfahrungen mit diesen Geräten, von Newton über Pilot bis zu den aktuellen Palms und PPCs. Leider kann ich Deine Einschätzung überhaupt nicht nachvollziehen. Meine Erfahrungen sind genau anders herum. Es gibt teilweise ganz wunderbare Hardware im PPC-Bereich, die nur unter der Systemsoftware leidet.
Verfasst von: Volker Weber am 05.07.04, 11:36
Wenn ich mir meinen MDA II so anschaue, kann ich mir keinen Bereich vorstellen, in dem ein alternatives OS (etwa Palm OS?) auch nur ansatzweise Vorteile bringen würde. Ich möchte jedenfalls nicht mit der PIM-SW arbeiten, wie sie mein Kollege auf seinem T2 hat: Ist funktionell bescheiden und sieht aus wie von 1996. Wo werden da die Vorzüge genutzt, die z.B. die hohe Auflösung bringt?
Der Punkt ist, dass Palm erst jahrelang auf dem hohen Ross gesessen und zu spät erkannt hat, dass andere den Markt entdeckt haben. Und jetzt kriegt man irgendwie die Kurve nicht, um neue HW-Architekturen vernünftig zu unterstützen und dabei abwärtskompatibel zu den Dragonballs zu bleiben.
Pocket PCs waren sicherlich lange Zeit zu schwerfällig und instabil, das hat sich aber enorm verbessert. Dafür gibts auch Features wie Kontextmenü: Ich klick z.B. auf ein englisches Wort und kann aus dem Menü die Übersetzung in "SlovoEd" starten. Unter Palm OS kann die gleiche Anwendung diese Funktion nicht bieten.
Das größte Problem von Palm ist ja mittlerweile, dass neben den gereiften PPCs auch sehr fähige Entwickler für die PPC-Plattform schreiben. Während vor drei Jahren auf lahmen PPCs noch eine eher bescheidene Auswahl an teils mies gecodeter SW verfügbar war, herrschen jetzt hier fast inflationäre Verhältnisse.
Wäre Palm nur etwas eher aufgewacht... ;-)
Verfasst von: Wolfgang Miedl am 05.07.04, 13:55
Immer noch nicht Deiner Meinung. Wir haben hier einen T3, einen Treo 600 und einen XDA2. Der XDA ist der unbeliebteste dieser Maschinen. Das hat überhaupt nichts mit der Hardware zu tun, sondern nur mit der Software.
Es kommt wahrscheinlich auf den Einsatzzweck an. Wir benutzen nur Adressen, Termine, Memos, einen sicheren Passwordstore und das Telefon. Die Integration dieser Dinge im Treo ist geradezu vorbildlich. Dem fehlt allein bessere Hardware, etwas BT, Screen etc. Aber an der Software hängt es sicher nicht.
Wir nutzen keinerlei MP3-Player oder anderen Multimedia-Kram. Auch einen Übersetzer nicht. Wir sprechen beide sehr fliessend englisch und in Italien würden wir die Antwort nicht verstehen. :-)
Ansonsten gibt es bei der Bahn einen wunderbaren personalisierten Fahrplan für den Palm, aber nicht für den PPC (oder mittlerweile doch?) und die Batterieanzeige ist auch Standard. :-)
Verfasst von: Volker Weber am 05.07.04, 14:11
Ja gut, ich glaube, dass es vor allem bei PDAs sehr stark auf persönlichen Geschmack UND Anwendungsgewohnheiten ankommt - und schlechte/gute Erfahrungen. Auf das Wort "Treo" reagier ich z.B. nach wie vor allergisch, nachdem ich damals das erste Smartphone von Handspring getestet habe. Der war alleine wg. des billigen Plastikgehäuses schon eine Zumutung.
PPCs sind von der Bedienung her eher PCs. Interessant ist dabei aber, dass nach meiner Beobachtung viele Einsteiger damit besser klar kommen als mit dem abstrakteren Modell von Palm. Liegt vielleicht daran, dass die Bedienung eines (Windows-)PCs schon zum Allgemeinwissen gehört.
Trotzdem: Vom einstigen Pionier ist nicht mehr viel übrig. Gibt's denn mittlerweile schon eine WLAN-SD-Karte, die auf allen Palms läuft?
Verfasst von: Wolfgang Miedl am 05.07.04, 14:26
WLAN, ich denke nein. Es gibt wohl einen für den Zire 72, aber Palm hat bisher die erforderlichen Patches für die anderen Baureihen nicht freigegeben.
Eines der Probleme mit dem XDA2 ist das PassiveSync, das sich regelmäßig weghängt. Ute weiss mittlerweile, wie man das resettet. Innerhalb eines halben Jahres waren insgesamt vier Hard Resets erforderlich. Mittlerweile weiß ich, wie man das O2 Branding nicht erst hinterher wieder rauspopeln muss und habe das Extended ROM entsprechend angepasst. Und bei einem Gerät für 500++ Euronen erst mal eine Batterieanzeige nachrüsten zu müssen, ist ja auch ein Scherz.
Beim Treo musst Du noch mal schauen. Ein Skoda ist auch nicht mehr das, was er mal war. :-)
Aber eine andere wichtige Frage: Wie verbindet man das Gerät per Bluetooth mit einem BT Access Point? Die Palms können das aus dem Stand. Wie geht das mit dem XDA2 (MDA2)?
Verfasst von: Volker Weber am 05.07.04, 14:41
Bluetooth und XDA/MDA II: Aua! Hier hat sich der Hersteller (HTC) einfach das Geld für einen vernünftigen Stack gespart.
Schaum mal hier nach, vielleicht hilft Dir der Thread weiter: http://forum.xda-developers.com/viewtopic.php?t=4429&highlight=bluetooth+access+point
BTW das genialste Forum für XDA/MDA-Anwender und Entwickler.
Verfasst von: Wolfgang Miedl am 05.07.04, 14:55
Ein besseres Bluetooth-Handling bietet übrigens auch http://bluetooth.i-networx.de/
Verfasst von: Wolfgang Miedl am 05.07.04, 15:11
Danke für die Hinweise? Aber habe ich das jetzt richtig verstanden? Ich soll den Microsoft Bluetooth Stack herausoperieren, aus dubioser Quelle läuft mir ein Widcomm-Stack zu und den frickel ich dann da rein? Oder ich nehme dieses Bluetooth Utility, das vielleicht mal in Zukunft das kann, was der Tungsten aus dem Stand kann?
Nee, oder? :-)
Verfasst von: Volker Weber am 05.07.04, 16:12
Das einzige, was ich genau weiß, ist: Out of the box kann ich mit Bluetooth via PC (Active Sync) in's Internet, Bluetooth-GPS, Bluetooth-Headset o.a. Geräte nutzen. Im Grunde krieg ich mit jedem Gerät einen Connect - mit mehr als mit dem Tungsten T2. Das Problem des MDA/XDA ist das furchtbare Konfigurationsmenü und ein starres Mapping auf Ports, was den Wechsel zwischen unterschiedlichen Geräten kompliziert macht
Flexibler wird das alles mit dem Tool.
Und das mit dem Stack, vermute ich mal, ist so 'ne Bastelaktion, um Bluetooth auf dem XDA so komfortabel wie auf den iPaqs (o.ä. PPCs) zu machen. Wie gesagt: HTC hat sich (warum auch immer) den Widcomm-Stack gespart.
Verfasst von: Wolfgang Miedl am 05.07.04, 17:00
Via PC ist nicht sooo spannend. Wenn der PC läuft, kann ich den auch nehmen. :-) Mit Access Point geht das eben auch ohne PC. Dazu muss man aber Network Access respektive PPP/BT Serial können.
Verfasst von: Volker Weber am 05.07.04, 18:39
Ich hätte mir von eurer Diskussion mehr erwartet als "wer kann besser MDA/XDA". Immerhin hat Wolfgang die interessante Behauptung aufgestellt: "in Sachen Bedienoberfläche und Softwarearchitektur schleppt man (Palm) weiterhin Altlasten mit". Als jemand mit geringer PDA-Erfahrung wüsste ich gerne, was für oder gegen diese Einschätzung spricht, bzw. wo der Pocket-PC dann besser ist.
Verfasst von: Wolfgang Sommergut am 05.07.04, 22:53
Klar, man könnte sich auch kurz fassen:
Palm kann z.B. bis heute kein Multitasking, hat kein Dateisystem und beschreitet m.E. einen inkonsequenten Weg bei der Steigerung der Displayauflösung. Erst hat Sony hier proprietäre Erweiterungen gebracht, weil Palm gepennt hat, jetzt zog Palm nach. Das Problem dabei ist bloß, dass ein Entwickler, der möglichst viele Palm-User erreichen will, bis heute den kleinsten gemeinsamen Nenner 160x160 mit 33 Mhz.-CPU berücksichtigen muss.
Nicht mal die Palm-Kundschaft folgt hier konsequent. Erst kürzlich wurde z.B. mit einem großen PR-Geschrei das neue Palm-Smartphone von Quelle vorgestellt. CPU: 33 Mhz., OS: 4.x (uralt), Auflösung: 176x240 (höchst proprietär).
So wird das nichts mehr mit Palm, weil sich allein schon die Entwickler auf nichts mehr verlassen können.
MS hingegen denkt wie immer an das gesamte Ökosystem: Mit PPC 2003 SE wird z.B. VGA bei voller Abwärtskompatibilität unterstützt, ausserdem gibts ein Quadratisches Format sowie eine um 90 Grad drehbare Darstellung. Der Entwickler muss nur ein paar Steuerelemente in seiner IDE tauschen, schon läuft alles auf neuen Geräten.
Was eine VGA-Auflösung am PDA bringt, sieht man an den neuen Geräten wie dem Toshiba E800. Der Bildschirm ist zwar nur geringfügig größer, dafür hat er eine dargestellte Auflösung von 200 DPI. (Das ist höher als so mancher Zeitungsdruck) Einziger Haken hier: Die VGA-Performance lässt noch etwas zu wünschen übrig. Aber Intel und Nvidia werden das schon hinkriegen... :-)
Bei Firmen kann ich in letzter Zeit feststellen, dass die total auf das .NET Compact Framework abfahren - neben Portabilität (natürlich innerhalb der MS-Welt) zählt hier auch schnelle Entwicklung zu den Vorzügen.
Das alles wird natürlich den eingeschworenen Palm-Fan nicht von seiner Plattform abbringen (muss es auch nicht), belegt aber m.E. plausibel, warum Pocket PCs trotz der anfänglich heftiger Kinderkrankheiten am Markt durchstarten.
Hier zieht mal ausnahmsweise nicht die übliche Anti-MS-Verschwörungstheorie. Palm hat einfach konsequent gepennt. (Noch 2000 hat mir jemand aus dem Palm-Management erzählt, dass man nichts zu befürchten habe, weil Palm einfach die überlegene Plattform sei......)
Verfasst von: Wolfgang Miedl am 06.07.04, 09:22
Ich habe mich vor ein paar Jahren für einen Palm entschieden. Das war spontan. Ich wollte Adressen,Termine und ToDo Liste bei mir haben. Im MediaMarkt die verschiedenen Geräte ausprobiert und zwar nur nach einem Kriterium:
Wieviel Zeit brauche ich vom ausgeschalteten Gerät bis zur abgespeicherten Adresse?
Die WindowsCE Geräte waren (damals) eindeutig im Nachteil.
Ein weiteres Schlüsselerlebnis hatte ich in einem Museum. Dort gibt es interaktive Museumsführer auf Basis eines PocketPC PDAs. Wir waren zu dritt und durften insgesamt 6 mal zurücklaufen um die abgestürzten Geräte umzutauschen.
Mal ernsthaft, brauche ich Multitasking auf einem PDA?
Man sollte sich doch immer fragen, was will ich damit tun und daraus eine Entscheidung ableiten.
Verfasst von: Tobias Mueller am 06.07.04, 16:36
.... Multitasking ist manchmal schon sehr nützlich, etwa um während der Navigation von A nach B über Stunden mal schnell eine Adresse oder Telefonnummer raus zusuchen. Allerdings funktioniert das Schließen des Routingprogramms, Öffnen der Adressdatenbank, Schließen der selbigen und wieder Starten des Navis mindestens genauso schnell wie das Öffnen der Adressdatei während des Routings bei allen PPCs. Wobei man jetzt vorsichtig sein muss, das das ganze Teil nicht absemmelt, weil man vor dem Navigieren vergessen hat die anderen 25 im Hintergrund laufenden Programme mittels eines Zusatzprogramms wirklich zu schließen. Das waren auf jeden Fall meine Erfahrungen vor einem halben Jahr noch. Nene,ich bleibe zZ noch bei PalmOS. Zum Spielen benutze ich meinen PC. Den Palm brauche ich um wirklich arbeiten zu können.
Aber mit einem hast du recht: Palm verschläft wirklich einige Entwicklungen und läuft Gefahr langfristig zu sterben. Wie vorher Psion auch schon. Leider
Verfasst von: Dirk Hollstegge am 15.07.04, 09:27
Hallo.
Da muss ich mich jetzt doch mal einschalten. Nur eins noch vorweg: Ich habe jahrelang Palms genutzt (davor Psion 3 und 5), bin mit PocketPC 2002 auf iPAQs umgestiegen und hab 2 Bücher zu PocketPCs verfasst (Markt+Technik).
* Wenn Wolfgang Miedl bei Palms das fehlende Multitasking bemängelt, frag ich mich, wo er das auf PocketPCs findet (bitte keine Zwischenrufe à la "Linux aufspielen").
* Bei der Bildschirmauflösung ist es auch bei PPCs so, dass erst einer der OEMs - in dem Fall Toshiba - mit einer proprietären Erweiterung kommen musste, bis der Betriebssystemhersteller ein Einsehen gezeigt hat. Leider scheint Toshiba das Vorpreschen nicht besonders gut bekommen zu sein - das Unternehmen steht m.W. kurz davor, sich auch in Europa aus dem PPC-Markt zurückzuziehen.
Dass das Drehen der Darstellung mit PPC 2003SE auch nur eine Krücke ist, dürfte jeder bestätigen, der das mal auf einem PPC mit kleinem Display gemacht hat: Sobald man die virtuelle Tastatur einblendet, hat man nur noch das halbe Display frei (die Tastatur ist 120 Pixel hoch, das gedrehte Display 240).
* Und in Sachen Software, genauer gesagt Office-Kompatibilität, kann sich Microsoft von PalmOne und auf der PPC-Seite von der Firma Softmaker gleich mehrere Scheiben abschneiden. Heutige Palms bringen die Software DocumentsToGo mit, und die hat weitaus weniger Einschränkungen als Pocket Word und Pocket Excel. Als Palm-Käufer bekommt man das umsonst - als PPC-Käufer muss man, um die gleiche Funktionalität zu bekommen, Textmaker und Planmaker hinzukaufen.
Viele Grüße, Franz Grieser
Verfasst von: Franz Grieser am 25.07.04, 18:14
Hallo,
als alter Hase im PDA Geschäft muß ich mich nun auch mal zu Wort melden. Mein erster PDA war ein Palm III, später ein TRG Pro, ein Palm Vx.
Danach erfolgte der Schnitt und ich kaufte mir einen Pocket PC 3850. Hauptgrund für diese Entscheidung war, dass ich im Auto endlich ein mobiles gerät für die KFZ Navigation haben wollte. Alle damaligen Palm Lösungen waren rudimentär und eigentlich völlig unbrauchbar.
Nachdem ich mir meinen Pocket PC mit einigen Addons eingerichtet hatte (Pocket Launcher als Oberfläche und WIS Bar als Taskmanager) war ich so zufrieden mit dem Gerät, dass ich die Palms nie wieder benutzt habe.
Zum Thema Multitasking hat mein Vorredner wohl eine kleine Wissenslücke, dieses Feature ist bereits Bestandteil des Betriebssystems und bedarf keines Linux Systems oder anderer Erweiterungen. MP3 hören und dabei die AvantGo Kanäle durchstöbern, für mich eine sehr sinnvolle Nutzung meines Pocket PCs.
Der einzige Nachteil der Pocket PCs gegenüber den Palm Geräten ist die Synchronisation. So kann es ab und zu schon vorkommen, dass der Pocket PC seinen gegenüber nicht erkennt, Kategorien können bis heute nicht sinnvoll synchronisiert werden.
Das wars dann aber auch schon mit den Nachteilen, mit der Akkulaufzeit muß mir keiner kommen, der Tungsten hält bei weitem nicht so lange wie der IPAQ 2210.
Verfasst von: Thomas Müller am 26.07.04, 09:18
@ Franz Grieser: Ich lasse mich gerne eines besseren belehren und vielleicht kannst Du bei der Gelegenheit ja solche Aussgen des Herstellers zurechtrücken:
*Multitasking. The Windows CE operating system was designed to handle more than one task at a time. http://www.microsoft.com/technet/itsolutions/mobile/evaluate/mobilwhy.mspx
*Wie man an den weitreichenden Änderungen bis in die Emulatoren und Entwicklungstools sieht, dürfte sich MS eine gewisse Vorbereitungszeit genehmigt haben und wird sich dabei kaum von Entscheidungen bei Nischenherstellern leiten haben lassen.
Allein der Erfolg von Zusatztools wie JS Landscape und Nydidot zeigt, dass sich viele Leute höhere Auflösung und Querformat auf dem Pocket-PC wünschen.
Ausserdem habe ich bereits auf den Aspekt hingewiesen, dass VGA am Pocket PC eine Bildschärfe wie im Buchdruck bringt. Wer das mal gesehen hat, wird sich mit niedrigeren Auflösungen nicht mehr zufrieden geben.
*Ich denke, es ist müßig, über Office-Anwendungen am PDA zu diskutieren. Eine 1:1-Umsetzung der Desktopanwendungen wird es nie geben (höchstens im Querformat :-). Und die Frage, wie viele Features des Desktopformats dann am PDA zur Verfügung stehen müssen, hängt ganz vom persönlichen Anwendungsfall ab - und, wie viel Geld man für ein spezielles Addon ausgeben will. Dabei geht es um läppische 20 Euro (Textmaker)!! Das ist ein Marketingthema, das mit grundlegenden Plattformfragen nichts zu tun hat.
Verfasst von: Wolfgang Miedl am 26.07.04, 09:24
Hallo.
* Zum Thema Multitasking zitiere ich mal kurz die Wikipedia:
"Multitasking ist die Fähigkeit eines Betriebssystems oder einer anderen Software mehrere Aufgaben scheinbar gleichzeitig auszuführen. Dabei werden die verschiedenen Prozesse in so kurzen Abständen immer abwechselnd aktiviert, dass der Eindruck der Gleichzeitigkeit entsteht."
Eine parallele oder scheinbar gleichzeitige Ausführung mehrerer Anwendungen ist auf dem PocketPC nicht möglich (die einzige Ausnahme, die ich bisher kenne, ist das Abspielen von MP3s im Hintergrund). Wenn ich z.B. in Pocket Word einen längeren Suchlauf starte und dann in den Explorer wechsle, dann wird die Suche in Word unterbrochen. Anders bei einem Multitasking-fähigen Betriebssystem wie Windows XP oder NT: Da läuft die Suche weiter.
Was das PocketPC-Betriebssystem (genau wie PalmOS) erlaubt, ist das Taskswitching: Ich arbeite in einem Programm A und kann dann in ein anderes Programm B wechseln, ohne A beenden zu müssen. Der Wechsel nach B hält aber A an.
* Zu Office-Anwendungen und "Marketingthema": Office-Kompatibilität ist für viele PPC-Nutzer (und Palm-Nutzer) wichtig. Ich bekomme immer wieder Zuschriften von Lesern, die Ihren Ärger darüber kund tun, dass Microsoft und die PPC-Hersteller bei ihnen den Eindruck erweckt haben, mit einem PPC würden sie ein vollständiges Office erhalten. Dass kein Powerpoint und kein Access (mehr) dabei ist, hat sich inzwischen rumgesprochen, dass aber insbesondere Pocket Word riesige Lücken im Vergleich zu Winword aufweist, ist den allerwenigsten Käufern vorab bekannt.
Gruß, Franz Grieser
Verfasst von: Franz Grieser am 26.07.04, 13:46
Was tut dann z.B. PocketRSS, wenn es im Hintergrund meine Feeds per GPRS lädt, während ich im Vordergrund mit PocketTV ein MPEG-Video schaue? Liegt dann Chris De Herrera völlig falsch, wenn er hier Echtzeit-Task-Switching und preemtives Multitasking auf Windows CE/Pocket PC erklärt: http://www.cewindows.net/pocketpc.com/windowsce-realtime.htm
Und was "Pocket-Office" betrifft: Richtig, hier wird irreführendes Marketing betrieben. Daran sind aber vor allem die PDA-Hersteller schuld, weil sie sich offenbar das Geld sparen wollen, um besere Office-Programme dazuzugeben. Ansonsten hat das mit dem Plattformthema nichts zu tun, hier geht's einzig darum, ob eine Drittanbieter-Software kostenlos mitgeliefert werden sollte oder nicht. Ich persönlich brauche z.B. nur rudimentäre Office-Funktionen, mir reichen P-Excel und P-Word völlig aus.
Verfasst von: Wolfgang Miedl am 26.07.04, 14:37
Hallo.
Fakt ist doch, dass die allerwenigsten Anwendungen auf dem PPC Multitasking beherrschen.
Bisher überzeugt mich das, was möglich ist, nicht gerade:
* Musikhören im Hintergrund (beherrsche ich schon Multitasking, wenn ich tippe, während ich Musik höre?)
* Newsfeeds im Hintergrund laden (das erwarte ich von einem Tool wie RSS)
* Und was Chris de Herrera als Beispiele anführt - 3 System-Tasks, die den Heute-Bildschirm aktualisieren - ist ja wohl auch nicht die Welt.
Solche Beispiele für "Multitasking" finde ich auf dem Palm auch.
Damit mich niemand falsch versteht: Ich mag meine iPAQs (allerdings find ich die Hardware überzeugender als die Systemsoftware) und hab auch nicht vor, wieder zurück zu einem Palm zu wechseln. Mich ärgert nur dieses Genörgel, wie schlecht PalmOS doch ist. Und was PocketPC doch alles dolles kann. Eben weil ich mich so intensiv damit beschäftigt habe, weiß ich, was alles nicht geht.
Gruss, Franz
Verfasst von: Franz Grieser am 26.07.04, 14:56
Eins hab ich noch vergessen: Mir reichen zum Schreiben auf dem PPC auch rudimentäre Textverarbeitungsfunktionen. Allerdings ist es für mich nicht hinnehmbar, dass beim Konvertieren von Winword nach Pocket Word alle Absatzformatvorlagen aus der DOC- (oder RTF-)Datei geschmissen werden. Mal ganz zu schweigen davon, dass Tabellen in Dokumenten, die ich auf dem PPC unterwegs weiterbearbeite, in reinen Text umgewandelt werden.
Wer wissen will, was aus Winword-Dokumenten und Excel-Tabellen noch alles entfernt wird, sobald man die Dokumente auf den PPC spielt, kann mir ja ne Mail schicken.
Gruss, Franz
Verfasst von: Franz Grieser am 26.07.04, 15:05
Hi!
Allerbestes Beispiel: Navigationslösungen auf dem PPC. Ich kann während der laufenden Navigation z.B. per "Adressbuch"-Taste nach Adressen suchen - die Navigation läuft im Hintergrund weiter.
POI-Warner läuft im Hintergrund parallel zur Navigationssoftware mit. Ich kann Notizen schreiben, mit Word texten und zur Not ein Spielchen spielen -> die Navigation und der POI-Warner laufen weiter.
Also wenn das kein Multitasking ist, weiss ich ja auch nicht.
Das geht sogar so weit, dass ich (genügend Ressourcen vorausgesetzt) zwei verschiedene Navis gleichzeitig laufen lassen kann (z.B. TomTom und Navigon) oder aber auch (völlig sinnlos) die selbe Navigationssoftware mehrfach starten kann.
Ich habe früher die PPCs "gehasst". Die meistbenutzte Taste war der Resetknopf. Aber das was mir z.B. ein iPAQ 4150 oder ein Loox 420 im kompakten (!) Gehäuse bietet (BT, WLAN, 64 MB, 400 MHz) gibt es auf Palm-Seite schlicht nicht. Und ja, ich kenne Palms (III, IIIa, IIIc, V, Vx, m500, m505, m100, Tungsten T2, Tungsten T3, Clie T675).
SCNR
Gruß
plant
Verfasst von: plantagoo am 01.08.04, 01:12

