PR vs. Blogger oder PR & Blogs: Scoble erklärt den Unterschied
Ein interessantes FAQ hat Microsoft-Starblogger Robert Scoble veröffentlicht: Er stellt im "Scobleizer Press FAQ" klar, dass er jede Interviewanfrage von Journalisten aus Gründen der firmeneigenen PR-Richtlinien an die PR-Agentur Waggener Edstrom weiterleiten müsse - es gehe dabei um immerhin bis zu 10 Anfragen täglich. Interessanterweise ist davon seine Freiheit als Blogger in keiner Weise berührt.
Scoble erklärt diesen zunächst ungewöhnlich anmutenden Umstand folgendermaßen: Wenn er mit einem Journalisten spreche, spreche er nur mit einer Person, und das nichtöffentlich. Damit bevorzuge er eine Person - im Unterschied zu seinem Weblog, wo jede Äusserung grundsätzlich jedem öffentlich zugänglich sei.
Allerdings gibt es auch interessante kritische Anmerkungen dazu, z.B. von Mike Manuel. Dieser fragt sich, warum sich Scoble, der so viel positive PR für Microsoft leiste, wie jeder durchschnittliche MS-Angestellte behandelt werde. Manuel vermutet, dass es den PR-Leuten um Kontrolle gehe : "The situation smells like an old-school command and control-style PR power grab."
In Bezug auf das Verhältnis zwischen Weblogs und PR lassen sich daraus durchaus interessante überlegungen anstellen: Blogs werden in diesem Beispiel von der PR offenbar nicht als Medien eingestuft - obwohl die Öffentlichkeitswirkung eines Blogs wie Scobleizer enorm ist. Vielleicht geht die Agentur auch einfach nur den Weg des geringsten Widerstands. Damit weicht man der verfänglichen Fragestellung "Was ist ein Weblog" aus und kann Business-as-usual betreiben: 'Alles, was die Medien betrifft, geht seinen üblichen Gang, und Blogs gehen uns nichts an.'
Verfasst von: Wolfgang Miedl am 21.09.04, 23:21Ping von: PR Blogger, am 22.09.04, 23:19
Titel: PR-Agenturen verzichten lieber auf Weblog-Promotion
Ping von: PR Blogger, am 23.09.04, 00:42
Titel: PR-Agenturen verzichten lieber auf Weblog-Promotion
Wenn es so ist, dass Blogs PR-Agenturen nicht so richtig interessieren, dann wundert es mich, warum VERITY mit seiner ULTRASEEK-Suchmaschine gerade damit Werbung macht, dass sie in der neuen Version auch Weblogs crawlen und so eine aktuelle Marktbeobachtung gewährleisten. Das bedeutet, dass sie sehr wohl auf einen business-need reagiert haben mit ihrer Suchlösung. Aber ob der aus Europa kommt, kann mit Recht bezweifelt werden. Außerdem machen die ja schon seit fast zwei Jahrzehnten Wissensmanagement und könnten den MaFos und Reserach-Firmen auf dieser Seite des Atlantiks sicher einiges mehr erzählen, warum und wie man noch Marktbeobachtung im Netz machen kann. Aber wenn ECC und FFPR in vier bis sechs Jahren auf den Zug aufspringt, dann wird das Thema sicher auch im PR.Report virulent. Hier ist ja immer alles mit einem Jahrzehnt Delay auch zu lesen. Mal sehen, wer den Avantgardisten mimt...
Verfasst von: Wittkewitz am 08.10.04, 09:33

